Am 8. März ist der „Internationale Frauentag“. Der laut meiner Englisch Literaturlehrerin sogar aus Deutschland kommt. Aber wahrscheinlich nur hier in Russland gefeiert wird. Am 8 März müssen, die Männer den Frauen Geschenke machen. Die Tage davor sieht man schon immer viele, die mit Blumen herumlaufen. Oder es werden auch viele Pralinen oder Parfüm verschenkt. In der Schule schenken einige Jungs den Lehrerinnen etwas. Entweder einfach nur so oder weil man gerne bessere Noten haben will. Das Letzte ist wahrscheinlicher. Oder manche Jungs schenken den Mädchen auch was und die Kinder den Müttern was, aber die Mütter auch deren Töchtern.

Wer mich kennt, weiß, dass ich Schulsport ohne Ende hasse und deswegen gefällt mir der Sportunterricht hier in Russland so extrem gut. Hier kann man jede zweite Woche sagen „Ich habe meine Tage“ und muss dann nicht mitmachen oder man sagt „ Ich bin krank“. Manchmal bleiben wir auch einfach in der Umkleide, wenn alle in der Umkleide sind, kommt unser Sportlehrer in die Umkleide mit dem Klassenbuch. Und alle die da sind bekommen eine 5, die beste Note hier, eingetragen. Es ist ja schon eine Leistung überhaupt in den Sportunterricht zu kommen und nicht schon nach Hause zugehen. Einmal haben wir in der letzten Stunde Sport und die kann man natürlich besser verwenden, als in den Sportunterricht zugehen. Oder letzen Samstag saß ich mit einem Teil der Mädchen in der Cafeteria. Unsere Chemielehrerin kam dann zu uns und hat gefragt, warum wir nicht im Sportunterricht sind. Wir haben gesagt, wir haben keine Lust und es war in Ordnung. Nach 10 Minuten kam sie zu uns und meinte, die Cafeteria wird jetzt geschlossen, aber wir können zu ihr ins Kabinett, sie hat gerade kein Unterricht. Da haben wir uns ein paar Fotos mit ihr angeguckt und einen kleinen Film. In dem Fach gilt irgendwie die ganze Strenge nicht, die man sonst in den anderen Fächer sieht.

Es ist wärmer geworden, aber leider heißt das auch, dass der ganze Schnee schmilzt. Und es gibt so viel Matsch und von den Häusern „regnet“ es. Gummistiefel sind angesagt. Ich habe bin aber erst letzte Woche auf die Idee gekommen, mir welche zu kaufen und bin dann los. Aber in den ganzen Schuhläden gab es schon keine mehr, deswegen bin ich auf einen Markt gefahren. Da kann man alles kaufen und relativ billig. Meine Gummistiefel haben nicht wirklich die beste Qualität, aber einen Monat werden sie wohl halten. Meine Winterschuhe habe ich auch schon da gekauft, sie waren relativ günstig, sind aber auch schnell kaputt gegangen. Aber eine andere Deutsche hat sich welche für das doppelte von dem was ich bezahlt habe gekauft und musste sie sogar noch früher zum Reparieren bringen. Die Straßen sind hier so schlecht und man läuft viel mehr als in Deutschland, dass die Schuhe nicht so lange überleben. Hier gibt es an jeder Ecke kleine „Remonts“, das sind kleine Schuhreparaturwerkstätten. Am Anfang habe ich mich total gewundert, mittlerweile weiß ich aber, dass es sich auf jeden Fall lohnt.

Mein Gepäck- es hat sich einiges angesammelt

Mein Gepäck- es hat sich einiges angesammelt

Blick aus der Küche

Blick aus der Küche

Das rechts ist ein Einkaufszentrum, das auf einem Kreisel steht. Hier gibt es so gut wie alles was man braucht.

Der 4. Mitbewohner

Der 4. Mitbewohner

In der letzten Zeit ist einiges passiert, was nicht gerade das Beste war, aber auch viel Schönes. Die schlechten Dinge sind teilweise auch schon wieder vergessen.

Im Moment bin ich etwas gebremst zu schreiben, weil ich keinen Internetzugang habe. Aber es gibt ja Mc Donalds … (Hot Spot).

Am Sonntag konnte ich endlich die Gastfamilie wechseln, nach vielen Gesprächen mit den Leuten von der Organisation. Erst waren die Mitarbeiter beim Deutsch – Russischen – Austausch etwas unentschlossen, was sie machen sollen. Dazu kam auch noch, dass es eine neue Leiterin gibt. (Die alte musste gehen, weil sie einem Lesben- und Schwulenverein beigetreten war und sich das anscheinend nicht verbinden lässt.) Sie meinten, dass ich die Familie nicht wechseln darf, wobei keiner so wirklich verstanden hat, warum nicht. Die meisten von meinen Freunden und Bekannten konnten meinen Wunsch die Gastfamilie zu wechseln nachvollziehen. Zu dem Zeitpunkt wollte meine Gastmutter, glaube ich auch schon, dass ich gehe. Da sie auf einmal wollte, dass ich wie ein kleines Kind höre und über nichts diskutiere, was sie sagt. Aber um mir meinen Mund zu verbieten, bin ich etwas zu alt, würde ich mal sagen. Das ist nur eine Sache, aber ich hab nicht wirklich Lust, das jetzt noch auszubreiten. Andererseits war aber auch eine schöne Zeit und ich habe mal etwas das Großfamilienleben kennen gelernt, wo die Großeltern die Enkel mit erziehen und alle nur 10 Minuten voneinander entfernt wohnen.

Ich glaube, das die hier beim Deutsch – Russischen – Austausch aber einfach riesige Probleme haben neue Gastfamilien zu finden bzw. kümmern sich einfach zu wenig darum. Von acht Leuten sind drei noch in der ersten Familie. Vier Leute hatten eine Willkommensfamilie. Naja insgesamt sind wir alle nicht so zufrieden mit dem Deutsch – Russischen – Austausch. Es ist schade, dass wir gerade das Pech hatten, in ein anderes Programm zu rutschen und hier nicht mehr AFS für uns zuständig ist. Das war nur mal ganz kurz was zu der Organisation hier.

Naja, am Sonntag bin ich morgens schon um halb neun mit meiner alten Gastmutter und mit meinem ganzen Gepäck losgefahren. Es hat sich einiges angesammelt (das Foto dazu kommt später noch, da ich den Artikel nicht selber reinstelle). Um halb neun waren wir dann beim Komandanskij Prospekt. Das ist nicht direkt im Zentrum aber es gibt hier alles, was man braucht und es ist viel los. Meine neue Gastmutter ist total offen und redet viel. Wir verstehen uns super. Ich habe eine jüngere Gastschwester, die ist elf Jahre alt und pubertiert aber sie ist ganz nett und man kann viel Spaß mit ihr haben, wenn sie nicht gerade ihre Phase hat. Dann kann man darüber einfach nur innerlich lachen.

Meine Gastmutter kommt aus Kasachstan und ihre Eltern leben auch noch da. Ich habe wieder keinen Gastvater. Vier Familien und viele verschiedene Herkunftsländer, aber das kann ich irgendwann mal gesondert schreiben und auch zu dem Phänomen Vater in Russland.

Meine Sachen waren noch nicht ganz ausgepackt, da ging es schon wieder los mit meiner neuen Gastfamilie. Wir sind ins Ballett in das Stück „der Nussknacker“. Es war total schön und ich gehe wahrscheinlich noch mal in „Schwanensee“. Das sind die beiden Stücke, die man mal gesehen haben muss, wenn man länger in St. Petersburg ist. Abends habe ich dann mit meiner Gastschwester meine Sachen fertig ausgepackt. Insgesamt freue ich mich total, dass ich die Gastfamilie gewechselt habe. Meine Gastmutter ist genauso unordentlich wie ich. Und so kann ich meine Sachen auch mal einfach liegen lassen oder das Geschirr erst später abwaschen. Das ist morgens besonders gut, weil ich da jede Minute brauche.

Die Bilder zu diesem Text kommen noch.

Strohpuppen

Lebkuchen Elefant

Letzte Woche war Masleniza in Russland. Masleniza ist der Übergang vom Winter zum Frühling. Auch wenn man davon im Moment noch nicht so viel spürt.

Es gab die letzte Woche fast jeden Tag Blini (Pfannkuchen). Am Sonntag war dann das Masleniza- Fest. Ich bin mit meiner Gastfamilie in einen Park, wo das ganz groß  gefeiert wurde. Es waren viele Leute da, es gab viele kleine Stände, einmal mit Essen und an anderen wurden Strohpuppen verkauft. Diese Strohpuppen werden dann verbrannt. Und dann soll man über die brennenden Puppen rüber springen und alles Schlechte im Winter lassen. Der Masleniza Sonntag gilt auch dem Abschied und Vergebung. Außerdem verschenkt man Lebkuchen, die ganz schön verziert sind.

Mir hat es gefallen. Ich habe noch zwei Bilder, einmal von den Strohpuppenstand und einmal von einem schoen verzierten Lebkuchenelefant.

Auch wenn es schon etwas her ist, schreibe ich noch mal über die ОБЖ(Obsche)- Woche . ОБЖ  heißt auf russisch “Основы безопасности  жизнедеятельности” auf Deutsch “Grundlagen des Zivilschutzes”.

Wir hatten eine ganze Woche ОБЖ. Das ist an sich ein normales Fach in Russland. Es wird bei uns an der #Schule aber nicht unterrichtet. Das hat den Vorteil, dass ich Samstags immer etwas länger schlafen kann. Jetzt hatten wir aber ОБЖ und deswegen sind wir auch die ganze Woche in eine andere Schule gegangen. Der Unterricht war noch mal in Unterfächer aufgeteilt:

Wir hatten ganz viel “Medizin”. Das war an sich ein Erster Hilfe Kurs, aber wir haben auch über verschiedene Krankheiten gesprochen. Das was wir im Biounterricht gemacht haben. Wir haben einmal Blutdruck gemessen, das war relativ lustig. Zumindest für mich. Die, die meinen Blutdruck messen sollte,  ist leicht verzweifelt. Sie hat 20 Minuten gebraucht, bis sie meinen Puls gefunden hat und hat sich dann total über meinen viel zu niedrigen Blutdruck aufgeregt, der aber normal für mich ist.

Sonst hatten wir auch noch viel ЗОЖ. Das heißt übersetzt wahrscheinlich “Gesunde Lebensweise”. Da ging es dann einmal um die Bestandteile eines Tagesablaufes. -Um Schlaf-  wie viel Schlaf man braucht, wie der Raum sein soll, in dem man schläft u.s.w.- Und um Erholung- wie man sich am Besten erholt und dass man Erholung braucht. Um Ernährung- da ging es einmal darum, was gesundes Essen ist und dann noch dass man auf jeden Fall frühstücken muss. Was ich mittlerweile kann, unabhängig von dem Unterricht. In Deutschland konnte ich noch nicht mal einen Löffel Joghurt essen, jetzt esse ich am Liebsten Nudeln mit Hühnchen oder Blini (Pfannkuchen) zum Frühstück. -Und um Schule. Das andere längere Thema war Rauchen und Alkohol. Als darüber ein Test geschrieben wurde, sind die meisten an der Frage: „Was ist ein Passivraucher? gescheitert. Sonst hatten wir noch “Geo”, aber da war ich nicht da. Sonst war noch eine Stunde “Schießen”. Da lagen wir auf dem Boden und auf der anderen Seite des Raumes war ein Papier, auf dem ein Apfel gedruckt war und wir sollten in die Mitte schießen. Es ist komisch eine Kalaschnikow in der Hand zu haben und damit zu schießen. Ich muss es nicht unbedingt noch mal machen. Bei dem aber habe ich mich gewundert, dass die Mädchen auch Schießen haben. Da das nicht so wirklich in die typische Rollenverteilung passt; die hier auch noch mehr eingehalten wird, als in Deutschland. Die Mädchen dürfen als erstes In die Klasse, die Jungs müssen den Mädchen die Tür aufhalten und dass der Junge die Tasche von dem Mädchen trägt, ist auch nicht ungewöhnlich. Und den Satz “Ich bin ein Mädchen, ich darf das” kann man auch ohne Probleme sagen. Als Mädchen geht es einem ganz gut. Aber diese typische Rollenverteilung zieht auch andere Sachen mit sich, die mir nicht so gut gefallen. Dass der Mann das Geld verdient und die Frau sich um den Haushalt und die Kinder kümmert oder nur einen kleinen Job hat. Das ist hier oft zu sehen. Das hat sich hier zwar schon relativiert, ist aber immer noch deutlich sichtbar. Wir hatten die ganze Woche auch getrennt Unterricht.

Insgesamt war es mal was ganz anderes und Interessantes, aber teilweise auch überflüssig.

In: Allgemein

14 Feb 2010

In letzter Zeit hatte ich etwas mehr Zeit. Wenn es so kalt ist, geht man relativ wenig nach draußen. Die Zeit habe ich genutzt und alles daran gesetzt mein Russisch zu verbessern. Das macht am meisten Spaß, wenn man einfach Filme auf Russisch guckt oder einfache Bücher liest. Vor allem ist das dann nicht die komische Lehrbuchsprache. Ansonsten muss man ganz viel reden.

Inzwischen habe ich endlich Schlittschuhlaufen gelernt. Wenn man es kann, macht es Spaß, auch wenn man blaue Flecke bekommt. Die kann man sich aber auch beim Schlittenfahren holen. Bei mir in der Nähe ist ein Sportplatz, den sie mit Wasser besprüht haben. Als ich da lang gegangen bin und das gesehen habe, habe ich mich zunächst gefragt, wozu die denn das machen. Aber so hat die Kälte mal was Gutes. Erst hab ich gedacht, Schlittschuh fahren wäre total einfach, ist es aber nicht.

Man kann dort auch Schlittschuhe ausleihen und Kaffee trinken. Es gibt auch eine Garderobe. Bei der muss man auch nichts bezahlen. Das ist etwas ganz Besonderes hier. Ich hab hier noch keine einzige Garderobe gesehen, wo man etwas bezahlen muss. Selbst in den Museen, wo die ganzen Touristen sind.  

Es ist in den letzten Tagen wärmer geworden. Mittlerweile sind es immer so -8 Grad. Und das ist warm. Ich kann schon wieder ohne Mütze rumlaufen, die ich hasse. Ich muss immer lachen, wenn mir jemand aus Deutschland schreibt, hier sind es -10 Grad. Ich bin so am frieren.

In letzter Zeit hat es kaum geschneit. Und es sind immer viele Leute auf den Dächern und schaufeln den Schnee und das Eis von den Dächern. Das ist vor allem in der Innenstadt. So muss man immer Slalom laufen, teilweise auf der Straße, teilweise auf dem Gehweg. An den Dächern hängen oft auch noch lange und schwere Eiszapfen. Die Russen nehmen es generell nicht so genau mit dem Absperren und es ist deshalb oft nicht ganz ungefährlich hier rumzulaufen.

http://www.lexiophiles.com/ix09/vote-for-ix10

Vielen Dank an alle

 

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Russischer Winter

In: Allgemein

2 Feb 2010

russischer winter

Hier ein kleiner Eindruck vom russischen Winter.  Es gibt viel Schnee, sodass wenn man das Auto nicht jeden Tag wieder aufs neue frei schaufelt,  es irgendwann so aussieht.

Mittlerweile ist es wieder wärmer -15 Grad. Und es schneit wieder alles zu, was bei der Kälte geräumt worden ist. So stapfe ich wieder tagtäglich durch den Schnee und Matsch. Der Vorteil ist,wenn es ganz kalt ist, dass es zu kalt für Matsch ist. Und man bekommt keine nassen Füße. Bei dem Matsch und Wasser hat man nur trocke Füße, wenn man Gummistiefel hat.

Über mich

Ich bin 15 Jahre alt, fahre für 1 Jahr nach Russland, und werde hier darüber berichten.

  • Ute K.: Liebe Lisa, ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du in deiner neuen Gastfamilie noch eine wun [...]
  • alex: Hey lisa) dein blog ist echt super) Bin immer fleissig am lesen) [...]
  • Victoria: Hey =) Wir kennen uns zwar nicht, aber ich bin total zufällig auf deine Seite gestoßen und finde [...]
  • Priscila Andrade: Dear Blogger, The results are now in for the Top 100 International Exchange and Experience Blogs [...]
  • Ute K.: Hallo Lisa, ich bin so froh hier ein bisschen an deinen Russland-Erlebnissen teil haben zu koennen. [...]

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